SimoArt im Porträt

Heute nehme ich euch mit hinter die Kulissen. In diesem Gespräch erfahrt ihr, wie alles begann und was mich heute antreibt.

Von Herzensprojekten, Maschen und der Kunst des Organisierens

1. Wie ist es dazu gekommen, dass du ArtMacoro (bzw. Watashiwa Manga) gegründet hast und wann war das? Gegründet habe ich den Verein 2007. Das Motiv war im besten Sinne die Unterstützung meiner Tochter bei ihrer Leidenschaft. Auch wenn mir das vielleicht nicht in jeder Hinsicht perfekt gelungen ist, war es der Antrieb. Mittlerweile hat sie ihre eigene kreative Welt erschaffen und den Verein gewissermaßen überholt. Mein Fokus hat sich dadurch verschoben: Weg von den Leidenschaften anderer, hin zu meinen eigenen – und das ist jetzt SimoArt.

2. Was war das erste Produkt, das du selbst gemacht oder an dem du direkt mitgearbeitet hast? Da gibt es drei Anfänge: Ich habe eine Geschichte für eine Anthologie geschrieben – ein typischer Anfängerfehler, bei dem man lernt, dass Dinge im Kopf oft besser klingen als auf Papier, aber sie wurde gedruckt! Für den Verein habe ich Maskottchen gehäkelt, das waren vielleicht die ersten „echten“ Produkte. Und dann waren da noch meine Buttons aus Origami-Papier. Ich hatte damals eine Buttonmaschine, die ich heute bedauerlicherweise nicht mehr besitze, aber die Buttons wurden immer wieder gerne gekauft.

3. Was häkelst du am liebsten? Ich liebe Dinge, die durchdacht sind. Wenn ich Häkelanleitungen nutze, passe ich sie so an, dass jeder Knoten genau dort sitzt, wo er hingehört. Noch schöner ist es aber, wenn ich nicht zielorientiert arbeite, sondern in mich versunken aus meinen eigenen Ideen Vorstellungen entwickle (wie etwa bei den Sackdolls). Dieser Prozess braucht Muse, ist aber der erfüllendste Teil meines „Häkel-Modus“.

4. Wie bist du auf die Idee gekommen, anderen Häkeln beizubringen? Workshops sind für mich die Weiterentwicklung von Standgesprächen. Wenn ich etwas bin, dann begeistert von dem, was ich tue. Interessierte merken das, hören zu und erzählen oft, dass sie es selbst nicht geschafft haben. Dann folgt der Schritt: „Setzen wir uns zusammen und tun es einfach.“ Ich liebe diesen Austausch von Technik und die Gemeinschaft beim gemeinsamen Häkeln.

5. Orga, Stand oder Workshop: Was ist Spaß, was ist Stress? Es ist alles beides. Stress, weil alles geplant werden muss und ich mit meinem Namen dahinterstehe – „Ich organisiere, also bin ich (mit) verantwortlich.“ Stress ist für mich die Angst vor dem Versagen. Aber es ist auch alles Spaß, weil mir der Kontakt zu Menschen Freude macht. Man tritt vor, wird sichtbar und hat die Möglichkeit zu gestalten.

6. Wie kam es zu den ersten Workshops auf Cons? Das war ein fließender Prozess. Irgendwann kam eine Anfrage an den Verein, ob wir Workshops anbieten wollen, ein anderes Mal haben wir selbst nachgefragt. Der Rest hat sich dann einfach ergeben.

7. Von Wien zur Leipziger Buchmesse: Wie kam es dazu? Wir waren zur rechten Zeit an der richtigen Stelle und haben Workshops angeboten. Damals gab es die heutigen Strukturen zur Selbstvermarktung für Zeichner noch nicht, und auch der Druck in Kleinauflagen war extrem teuer. Wir durften dort Workshops halten und sind dann einfach geblieben.

8. Hast du Haustiere und wer versorgt sie, wenn du unterwegs bist? Ja, zwei Hausfreunde: Katzimir und Burgonia. Katzimir ist mittlerweile extrem menschenbezogen, und Burgi entscheidet sehr direkt, wann sie Schmusen will. Während ich unterwegs bin, werden sie liebevoll von Familie, Freunden und tollen Nachbarn direkt im Haus versorgt.

9. Wann wurde das Häkelhobby zur Con-Idee? Der Verein als Förderstelle gab mir Übung im Spagat zwischen dem Wünschenswerten und dem Möglichen. Das Häkeln kam als neues Hobby dazu, das mir einfach gut tut. Daraus entstand die Idee, meine eigene Leidenschaft in der Anime-Community auszuleben – denn auch wenn Anime nicht meine größte Liebe ist, schätze ich die Community dort sehr.

10. Gibt es eine internationale Wunsch-Con für dich? Cons sind überall toll. Mein Limit ist momentan nicht die Frage, wo ich hindarf, sondern ob ich ausreichend viel häkeln kann, um einen ganzen Stand zu füllen!

11. Welche Workshops sind in Planung? Ich arbeite gerade an einer Jahresplanung „Durchs ganze Jahr“ mit monatlichen Übungen. Dabei wird auch „Crappy Crochet – The Game“ implementiert. Die Themen starten mit einfachen Übungen und führen bis hin zu Nano-Crochet.

Welches Projekt liegt bei euch gerade im Korb?