Häkeln ist für mich mal stille Meditation, mal freudig-anstrengende Kreation.
Das Erste ist ein stilles Nachhäkeln. Ich folge einer Anleitung, die mir gefällt, genieße das Material oder eine ganz bestimmte Farbe. Es ist ein Dahingleiten, ein sanftes Schwingen, bei dem ich mich nur ein wenig auf die Runden und das Zählen konzentrieren muss. Mein Geist darf dabei einfach wandern.
Das Zweite ist das Kreieren, und hier ist der Rhythmus ein ganz anderer. Manchmal überfällt mich die Anforderung, eine eigene Idee sofort umzusetzen. Dieser Prozess arbeitet schon lange vor der ersten Masche in mir. Der Weg zum fertigen Produkt ist bei mir selten gerade; es ist ein ständiges: „Hmm, ich könnte die Haare einknoten … aber dann sieht man die Knoten, das mag ich nicht. Vielleicht könnte ich aber …“
Dann entstehen in meinem Kopf ganze Landschaften aus Möglichkeiten, wie ich Details umsetzen kann, was mir zu mühsam erscheint und welchen Effekt ich am Ende erwarte. In dieser Phase fühlt sich der Prozess an wie ein Boot bei höherem Seegang. Aber dann ist das Ufer da, und der Berg wird wieder Schritt für Schritt, Knoten für Knoten erklommen.
Dieser Prozess startet meist mit dem „Shopping“ – und sei es im eigenen Lager. Dabei stellt sich ab und zu heraus, dass trotz der Fülle an Materialien genau diese eine Farbkombination fehlt. Dann meldet sich das Grübeln: Wo bekomme ich es her? Wie lange dauert die Lieferung? Ich will doch jetzt anfangen! Welches Garn könnte ich stattdessen nehmen? Soll ich warten oder improvisieren?
Dieses Mal war das Glück auf meiner Seite: Alles da, alles klar – und damit steht das Farbdesign.
Wenn ich euch verrate, dass es ein Charakter aus einer gerade sehr beliebten Serie ist (Hazbin Hotel …), könnt ihr dann schon erraten, wer es wird?








