Materie werden lassen

Alles beginnt mit einem Knäuel. Fein säuberlich aufgewickelt, Farben, die darauf warten, eine Geschichte zu erzählen. Dann der erste Knoten.

Unter wachen Augen und flinken Fingern schlingt sich der Faden ineinander, setzt sich Masche für Masche aufeinander. Ein ständiges Abwägen: Ist der Knoten fest genug? Ist eine Schlaufe zu groß?

Durch Zunehmen, Abnehmen und immer wieder Füllen entsteht zwischen den Lagen die geträumte Form. Der Faden war zweidimensional – das Gehäkelte hat eine Dimension mehr bekommen. Am Ende halten wir nicht mehr die gewickelte Form des Wollknäuels, sondern die gehäkelte Form des Körpers in der Hand. Er ist die Basis für etwas Neues, Anderes; er wird zur Leinwand des Charakters.

Aus Faden wurde Form.

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