Langsamer Werden

Manchmal verändern sich Dinge, ohne dass man sie plant.
Seit August bestelle ich kein Essen mehr. Ich koche.
Und manchmal trinke ich ein Glas Rotwein – nicht, um etwas zu vergessen,
sondern weil es einfach schmeckt.

Der Acker schläft jetzt.
Ich freue mich darauf, wenn er wieder erwacht –
aber ich gönne ihm die Ruhe.
Ich spüre, wie sich mein eigener Rhythmus verändert.
Nicht abrupt, sondern in kleinen Kreisen.

Meine Wohnung ist noch immer ein wenig chaotisch.
Aber ich ziehe diese Kreise enger,
immer dorthin, wo etwas fertig werden will.
Ich mag es, wenn Dinge leicht zu erreichen sind,
wenn Aufräumen kein Kraftakt ist, sondern ein natürlicher Griff.
Und wenn es nicht klappt, bin ich mir nicht böse.
Dann bekommt der Gegenstand beim nächsten Durchgang
einen besseren Platz.

Inzwischen esse ich seit langem wieder nicht nebenbei, sondern am eigenen Esstisch.
Nicht, weil ich es mir vorgenommen habe,
sondern weil es sich richtig anfühlt.

Ich genieße es, ihn zu schmücken.
Und ich genieße es, beim Essen wirklich da zu sein.
Essen ist die Kür, nicht die Pflicht.

Manchmal arbeite ich auch hier –
aber nur, um zu ordnen.
Danach wird er wieder verwandelt:
zurück in einen Esstisch.

Denn Raum ist nichts, das man findet.
Raum ist etwas, das wir uns selbst schenken können.

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