Unterwegs mit meiner Ma
Fundstück unterwegs: Anfahrt, Genuss, Heimfahrt
Man kann fast alles in drei Phasen teilen, wenn man will: Ankunft, Leben, Abschied.
Wie wir ankommen, entscheiden wir nicht wirklich. Der Abschied ist ein Schlusstrich aus vielen Entscheidungen, aber auch aus Glücks- und Pechmomenten. Dazwischen liegt das, was wir am ehesten gestalten können.
Bei diesem kleinen Task, dem Ausflug nach Bratislava, war es tatsächlich einfach.

Anfahrt
Der Tag beginnt im Zug, mit vorbeiziehenden Masten, Herbstbäumen und einem Himmel, der langsam heller wird. Neben mir sitzt meine Ma. Manchmal ist sie einfach da, ohne viel zu sagen, und genau das macht es ruhig. Ihr Arm spiegelt sich im Fenster, und für einen Moment wirkt die ganze Szene wie ein stilles Versprechen: Heute wird ein guter Tag.
Leben
Bratislava schmeckt anders.
Die warmen, weichen Bryndzové halušky: nicht hübsch, aber ehrlich gut.

Wir laufen viel. Wir schauen. Wir bewundern die Stadtn. Und später kommt Kuchen: süß, cremig, fast schon übertrieben, aber genau richtig nach einem langen Spaziergang. Dazu ein Kaffee, und die Sicht auf die Straße einer unvertrauten Stadt.

Es sind einfache Dinge. Aber sie machen den Tag rund. Und wenn ich neben meiner Ma sitze und wir uns durch Gassen, Eindrücke und Teller bewegen, dann merkt man: “einfach” ist manchmal die luxuriöseste Form von schön.

Abschied
Am Abend wieder der Zug. Die Landschaft wird dunkler, die Reflexionen klarer. Man sieht weniger draußen und mehr in sich hinein. Ich schaue ins Fenster und sehe nicht nur den Waggon, sondern auch das, was der Tag hinterlassen hat: Ruhe, Sattsein, dieses leise Glück, das nicht laut sein muss, um echt zu sein.
Ein stiller Abschluss, und das Gefühl, etwas Schönes mitgenommen zu haben, das nicht im Rucksack liegt.

