Die Balkonsaga

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile, und der Balkon mehr als nur der Patz an dem es gerade blüht. Lies mehr!

Kleines Universum, große Wirkung

Was sich alles tut in meinem kleinen Universum (nein, das ist kein Widerspruch, immerhin gibt es auch kleine Galaxien).

Es sind neue Pflanzen eingezogen. Jeden Morgen schau ich nach, wie sie einwachsen, wie sie sich strecken. Das Labkraut ist mittlerweile ein Teppich geworden – keine einzelnen Pflanzen mehr, die nebeneinanderstehen, sondern ein gemeinsames Ganzes. Der Weinstock treibt aus und zeigt die ersten rosanen Knospen; junge Triebe, die sich mit dieser Farbe gegen Sonnenbrand schützen.

Mein Morgenritual besteht auch darin, Katzimir davon abzuhalten, genau jene zwei Pflanzen zu fressen, die nur aus einzelnen Blättern bestehen – empfindlich, zart und für ihn offenbar besonders lecker.

Das Leben kehrt zurück: Die Asseln sind da, einige Schnecken haben den Winter gesichert im Filztopf überstanden, die Ameisen sind wieder frech und die Spinnen halten sich noch versteckt. Neben den Tausendfüßern haben sich unerwartete Gäste eingestellt: Ein Rosenkäfer, der nach den ersten Sonnenstrahlen direkt abgeflogen ist, und ein Engerling, der gut versteckt im Kartoffelfilz wohnt.

Ich bin schon des Öfteren draußen gesessen, in der Sonne, am kleinen Tisch. Wenn rundum Natur ist, dann ist man nicht mehr nur in der Stadt. Man ist Teil eines Systems, das nicht nach Bedeutung strebt, sondern einfach existiert.

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