🍝 RagĂč und Abschied

Auch dieser Tag begann gemĂŒtlich: FrĂŒhstĂŒck im Hotel mit Löskaffee und kleinen Köstlichkeiten aus dem Supermarkt. Auffallend war, dass auch hier viele Produkte das rot-gelbe Siegel trugen – „als Original gekennzeichnet“.

Am Vormittag machten wir uns auf den Weg zum RagĂč-Kochkurs am Stadtrand. Bologna baut gerade Straßen und Radwege um, es dauerte lĂ€nger als gedacht. Doch wir hatten genug Puffer, und meine Reiseschwester und ich sind ein eingespieltes Team – also blieb alles entspannt.

Die Gastgeberin empfing uns herzlich. NĂ€chstes Jahr feiert sie das zehnjĂ€hrige JubilĂ€um ihrer Kurse. Sie selbst hatte in der Gastronomie gearbeitet, doch eigentlich ist sie mit Pasta und RagĂč ihrer Oma groß geworden – die wohl beste Form lebenslangen Lernens.

Wir waren eine kleine internationale Runde: junge Menschen aus Triest, Linz und Neuseeland, die sich erst in ihrer Unterkunft kennengelernt hatten und spontan zusammenkamen. Trotz Alters- und Sprachbarrieren entstand schnell eine lebendige Unterhaltung.

Aha-Momente aus dem Kurs

  • Die Zwiebel wird hier nicht in Öl angeschwitzt, sondern zunĂ€chst mit Wasser.
  • RagĂč muss nicht sechs Stunden kochen; eine reicht – rĂŒhren und bei Bedarf mit Wasser verlĂ€ngern.
  • Tomatenpaste statt Sauce macht das Ganze dichter und weniger sauer.

Es gab kein starres Rezept, sondern Offenheit fĂŒr Anpassungen: FĂŒr einen Teilnehmer wurde es eine reine Tomatensauce, fĂŒr eine andere ohne Pesto. Ich selbst bekam Lust, RagĂč vegan zu probieren – vielleicht mit Soja oder Haferflocken.

Nebenbei machten wir frischen Teig und lernten drei Formen: Fusilli, Tortelloni, Tagliatelle. Am Ende saßen wir zusammen, mit rotem Wein und gutem Essen, lachten und redeten wie alte Bekannte. Es muss nicht fĂŒr ewig sein, um wertvoll zu sein.


🩋 Ein stiller Abschied

Der RĂŒckweg war entspannt: packen, eine Kleinigkeit essen, zum Flughafen fahren, ein bisschen einkaufen, GepĂ€ck abgeben, Sicherheitskontrolle – alles ohne Aufregung.

Wir haben vier schöne Tage in Bologna verbracht – Geschichte, Begegnungen, Genuss, kleine SchĂ€tze. Was will man mehr?

Danke, Bologna. Danke, ihr Bologneser. Ihr habt mich als Fan gewonnen.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert