🍝 Foodtour durch die Gassen von Bologna

Foodtour durch die Gassen von Bologna

Nach dem langen Tag war Essen angesagt. Und wie lÀsst sich eine Stadt besser erschmecken als mit einer Foodtour?

Wir starteten am Neptunbrunnen auf der Piazza Maggiore – bei einem der „sieben Geheimnisse“ Bolognas: dem Voltone del PodestĂ . FlĂŒstert man in einer Ecke, hört man es diagonal gegenĂŒber klar und deutlich. Ein Spiel der Architektur, das uns sofort verzaubert hat.

Dann ging es wirklich los: ein besonderes Brot, zwischen Steinen gebacken, mit eingebranntem Muster; dazu ein Belag, den man hier „Pesto“ nennt – nicht nur Basilikum, sondern ganz allgemein eine zubereitete Paste. Es folgten Brot, Mortadella, KĂ€se – alles, was eine italienische Jause reich und köstlich macht, begleitet von Wein.

Im nĂ€chsten Lokal kamen die warmen Klassiker: Tagliatelle und Tortellini mit RagĂč. Dazu wieder ein Glas – und der Geschmack von Bologna zeigte sich in seiner ganzen Kraft.

Fast noch mehr als das Essen hat mich die Begeisterung unserer FĂŒhrerin beeindruckt. Mit strahlenden Augen erzĂ€hlte sie von Bolognas Geschichte, Lebensart und von der Herstellung der Speisen – und von der Liebe zu dieser kulinarischen Kultur. Viele Produkte tragen hier ein rot-gelbes Siegel, das Herkunft und Herstellweise schĂŒtzt. Ihre Freude hat angesteckt. Vielleicht gibt es auch bei uns solche SchĂ€tze; ich gestehe, mir fĂ€llt keine Speise ein, mit der ich diesen Stolz verbinde.

Und dann – wie konnte ich es fast vergessen? – das Eis zum Abschluss. Was wĂ€re Italien ohne das beste Eis ĂŒberhaupt? Zwischen Wien und Italien gab es frĂŒher sogar eine kleine „Eis-Schuh-Connection“ 
 Ich erinnere mich an einen unscheinbaren Laden im 9. Bezirk, vor gut 15 Jahren. In den Fenstern sah man noch die Schuhwerbung – und dazwischen dieses gute, italienische Eis. 🍩

🩋 NĂ€chtliches Bologna

Nach der letzten Station der Foodtour und einem herzlichen Abschied machten wir uns auf den RĂŒckweg zum Hotel – fast zwei Kilometer durch das nĂ€chtliche Bologna. Noch einmal ging es unter den berĂŒhmten Arkaden entlang, fĂŒr die die Stadt bekannt ist.

Per Gesetz mussten diese Arkaden einst so hoch gebaut werden, dass sogar ein Reiter mit Hut darunter hindurchreiten konnte. Das hatte auch einen praktischen Grund: Die Straßen waren oft schmutzig, die Reiter aber nobel – und so sollte niemand vom Staub oder Spritzwasser getroffen werden. Heute ziehen sich die Arkaden ĂŒber die ganze Stadt, rund 62 Kilometer lang, und schenken Schutz vor Regen oder Sonne.

Die Idee entstand im Mittelalter: Die Bevölkerung wuchs – vor allem durch Studierende und Zuzug – und man begann, zusĂ€tzlichen Wohnraum ĂŒber die Straßen hinauszubauen. Anfangs waren diese ÜberhĂ€nge aus Holz; nach einem Dekret von 1568 mussten sie aus Stein oder Ziegel errichtet werden, um BrĂ€nden und EinstĂŒrzen vorzubeugen. Bei den großen Straßen wurden sie Pflicht, in den engen Seitengassen dagegen verboten – dort hĂ€tte das Tageslicht den Boden sonst nicht mehr erreicht, und Feuchtigkeit aus Lehm und KanĂ€len wĂ€re ins Mauerwerk gezogen.

So wandelt man, selbst im Nieselregen, trocken und geborgen durch Bologna. Und genau dort, unter den Bögen aus Stein, begann fĂŒr mich die Zeit der Ruhe. 🌙

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