Ich habe vor einiger Zeit zwei DIY-Filzpakete gekauft. Eigentlich nur, um zu üben.
Ein Halloweenmotiv mit einem Mädchen und die typische japanische Welle – vom „großen bösen Chinesen“, wie ich so oft sage.
Aber wir bleiben selten dort, wo wir uns am Anfang entschieden haben.
Und wenn ich genauer hinsehe, merke ich:
In meiner Freiheit zu entscheiden nehme ich gleichzeitig etwas für die Zukunft in Kauf: ein System, das Menschenrechte ziemlich großzügig übersieht und in dem die Interessen der Gruppe wichtiger gelten als die Rechte des einzelnen Menschen. Etwas, das uns Europäer angeblich so gar nicht passt – dessen Produkte wir dann aber trotzdem verwenden. Zumindest ich.
Diese beiden Filzbilder sind also auch ein kleines Geständnis:
Ich mache mit. Ich profitiere.
Und gleichzeitig höre ich nicht auf, Fragen zu stellen.
Ob diese Fragen die Bedeutsamkeit der Entscheidung übersteigen können, ist nicht an mir zu bewerten.
Ich kann nur fragen.
Zwölf Monate, zwei Motive, zwei Aspekte – und ein Strang an Fragen, der sich durch das Jahr zieht.
Wo werden wir ankommen?
Ob wir ankommen?
Wie werden die Bilder am Ende aussehen, im Vergleich zur perfekten Vorlage?
Ich weiß es nicht. Und ich will es nicht wissen.
Wenn wir – oder zumindest ich – bei jeder Entscheidung alle Konsequenzen für alles und jede sehen würden, würde ich irgendwann aufhören, mich zu bewegen. Ich würde aufhören, Entscheidungen zu treffen, und anfangen, nur noch die Nussschale meines Seins zu verstärken, statt sie zu öffnen.
Aber ich will mich bewegen.
Ich will lernen.
Darum starte ich diese Reise – gerade weil ich das Ziel nicht kenne.
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Eine Reise auf gut Glück

Ich habe vor einiger Zeit zwei DIY-Filzpakete gekauft. Eigentlich nur, um zu üben.Ein Halloweenmotiv mit einem Mädchen und die typische japanische Welle – vom „großen bösen Chinesen“, wie ich so oft sage. Aber wir bleiben selten dort, wo wir uns am Anfang entschieden haben.Und wenn ich genauer hinsehe, merke ich:In meiner Freiheit zu entscheiden nehme
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In der Früh nach dem letzten Tag

Der erste Morgen des neuen Jahres beginnt ohne Besonderheit. Es ist still in der Wohnung, die Heizung rauscht leise, der Kaffee in meiner Tasse dampft ein wenig, so als würde er sich selbst wärmen müssen. Nichts hat sich über Nacht verändert. Nur das Datum hat sich gedreht, und ich habe beschlossen aufzustehen. Katzimir war zuerst
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ich.

Ich bin. Ich bin mit meinen 60 Jahren in einem Jetzt angekommen, das ein Stück frei ist.Ja, die ersten Wehwehchen zeigen sich – ständiges Anpassen, Verhandeln und Scheitern hinterlassen Spuren.Trotzdem bewegt sich alles erstaunlich gut. Und sonst?Meine Verpflichtungen und Verantwortungen sind ein Stück gewichenund haben gezielteren Kontakten Platz gemacht.Nicht nur zu anderen, sondern auch zu
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Der Moment vor dem Ich

Warum friere ich? Vielleicht ist das die erste echte Frage eines Tages, noch bevor irgendetwas in mir beginnt, sich zu formen – bevor ein Ich auftaucht, das sich über Katzen wundern könnte
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Die Brücke der Ängste

Immer, wenn ich mit Menschen rede, sehe ich die Unterschiede – aber ich sehe auch etwas, das sich spiegelt, etwas, das ich kenne. Und immer, wenn das Thema „die Anderen“ sind, spüre ich Angst. Nicht nur bei mir selbst. Immer, wenn Diskussionen aufeinanderprallen, verstecken wir uns hinter Dingen, die wir als gegeben annehmen. Die Argumente
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Die vorgelebte Antwort

Die Seele als sichernder Kern, als Illusion oder als Gefängnis (?) Was ist es für d/mich?“
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Die Architektur der Ungleichheit

Wie soll das Morgen aussehen? Über die männliche Angst vor Frauen in Religionen, verselbstständigte Wirtschaftssysteme und die gefährliche Rückkehr zur Gruppenbewertung. Wer verliert eigentlich, wenn jemand gewinnt?
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Der Sturm im Wasserglas

Stell dir vor, die Elefanten haben ein Picknick, aber die Ameisen haben schon das Essen verteilt. Über die Macht des ‚Anders-Tuns‘, das Ende der Wichtigkeit und ein System, in dem nur zählt, was wir füreinander tragen



