🕸️ Zwischen Fäden und Grenzen

Es ist gar nicht so einfach, diese Spinnengeschichte zu beenden.
Denn während ich schreibe, verändert sich etwas – bei mir und bei meinen Gästen.

Ich erkenne: auch meine Liebe hat Grenzen.
Keine endgĂĽltigen, keine staubsaugerrelevanten,
aber doch Grenzen in Spinnwebenform.
Alte Fäden, die niemand mehr braucht, weichen –
hier bin ich entschlossen verhandlungsbereit.

Und dann sitze ich da, mit Kaffee und Geduld, und versuche die Minis zu zählen.
(Kein übliches Hobby, ich weiß – aber ich bin eben eine Glucke.)

Über Nacht sind zwei größere Zitterspinnen aufgetaucht.
Alles bewegt sich – ein Tanz in Zeitlupe.

Die Größere im Giebel scheint die andere im Blick zu halten,
dreht sich mit, während die Kleinere sich abseilt –
langsam, hinunter zum Fenster, weiter zum Häuschen.

Meine Queen hat ihren Platz hinter dem Monitor verlassen.
Jetzt hängt sie kopfüber im Licht,
schwebend an der unsichtbaren Decke aus gesponnenen Fäden.

Die Minis gehen auf Distanz – nicht blöd, die Kleinen.
Wenn man nicht gerade in einem Marvel-Universum lebt,
ist Mut kein Ăśberlebensfaktor.

Die Giebelspinne webt ihr Netz zwischen Kakteen und Glas weiter,
ihre Position scheint gesichert.
Die Wanderspinne verhandelt ihr Bleiben gerade mit meiner Queen,
die hat ihr Nest gestärkt und überzeugt mit Präsenz.

Ein vorĂĽbergehendes Gleichgewicht scheint sich eingestellt zu haben.
Ein weiteres Jahr geht langsam zu Ende.
Bald werde ich die Blumenzwiebeln setzen,
den Acker ĂĽbergeben,
die Balkonpflanzen auf den Winter vorbereiten –
und hoffen, dass ich heuer genug richtig gemacht habe,

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